Kerstin Engler und Bo Wällstedt

Über uns

Warum es uns als Duo für schwedischsprachige Musik gibt

Kerstin

Vor ein paar Jahren hörte ich in meinem privaten Umfeld ein schwedisches Lied, das mich tief im Herzen berührte. Es war die Musik, aber auch die Sprache, welche mich so faszinierten. Und so kaufte ich mir ein schwedisches Sprachprogramm und beim Sprechen meiner ersten schwedischen Worte, weinte ich vor Freude.

Als ich dann nach Schweden reiste, um dort auf einem Bauernhof im Herzen von Schweden eine Zeit lang mit den Menschen zu arbeiten und zu leben – war es wie nach Hause kommen. Ich wollte den Grund für diese tief empfundene Liebe zu Schweden wissen und forschte in meiner Verwandtschaft nach schwedischen Vorfahren – konnte aber nichts Bestimmtes finden. Und ich verstand, dass es nicht wichtig für mich ist zu wissen, warum ich Schweden liebe, die schwedische Musik, die schwedische Sprache und die Natur – weil es einfach nur ist!

Durch einen mir vertrauten Menschen, erfuhr ich von Bo, einem schwedischen Gitarrenlehrer. Ich wollte nicht Gitarre spielen, ich wollte in die schwedische Sprachmelodie eintauchen und so lernte ich Bo kennen. Meine Gitarre ließ ich bald zu Hause und konzentrierte mich auf den Gesang, welcher in meinem Leben immer schon eine große Bedeutung hatte. Über viele Jahre nahm ich bei verschiedenen Lehrern Gesangunterricht, sang in Chören, unterschiedlichen Ensembles und liebte es Menschen mit meinen Liedern zu berühren und mich berühren zu lassen.

In der schwedischsprachigen Musik fühle ich mich ganz zu Hause und angekommen, fühle eine tiefe Dankbarkeit und Freude und weil die Gitarre und der Gesang so gut zusammen passen – gibt es heute dieses Duo!

Bo

Ich bin in Schweden geboren, habe meine ersten 35 Jahre dort gelebt und bin immer noch schwedischer Staatsbürger. Dennoch habe ich den Kontakt und die Beziehung vernachlässigt. Die politische und die gesellschaftliche Entwicklung sind mir weitgehend entgangen. In den letzten 30 Jahren ist in Schweden eine Menge passiert und manchmal kam es mir fremd vor, als ich zu Hause zu Besuch war. Eine wichtige Verbindung ist doch immer da gewesen- die Musik.

Ich bin mit Musik aufgewachsen und durchdrungen. Mit 11 habe ich angefangen Gitarre zu spielen, autodidaktisch. Ich habe natürlich davon geträumt Musiker zu werden, aber hatte keine große Unterstützung von zu Hause. Besser war es was ”Ordentliches” zu machen. Ich bin Biologielehrer geworden.

Die Gitarre hat mich aber nie in Ruhe gelassen und durch verschiedene turbulente Schicksalswendungen, die mich nach Berlin geführt hatten, kamen auch neue Möglichkeiten musikalisch aktiv zu werden. Entwurzelt und ohne”ordentliche” berufliche Perspektive, bin ich doch immer mehr zum Musiker geworden. Ich habe Gitarrenkurse geleitet, andere Musiker kennengelernt und in Bands gespielt. Ich habe Lieder komponiert und im Heimstudio herumgewerkelt und war Mitbegründer einer Musikschule, in der ich bis heute als Gitarrenlehrer arbeite.

Die schwedische Musik schlummerte vor sich hin, aber manchmal habe ich versucht ein paar alte Songs zu arrangieren – aus Spaß. Ich dachte man könnte was Anderes daraus machen. Und so entwickelte sich ein Repertoire von Volksliedern und Popsongs, die ich von früher kannte.

Ich wollte erstmal die Musik rein instrumental spielen, ohne Gesang. Als ich vor einigen Jahren in einem schwedischen Buchladen war, habe ich mit der Inhaberin geredet und da kam die Idee, in ihrem Laden mein Musikprogramm vorzustellen. Ich arbeitete weiter an den Songs, die Zeit verging und später musste ich aber enttäuscht feststellen, dass es den Buchladen nicht mehr gab. Schade! 

In dem Prozess ist in mir aber auch ein Wunsch entstanden: Es wäre nett eine schwedische Sängerin kennenzulernen, um die Songs auch gesanglich zu arrangieren. Aus Mangel an Kontakten zu schwedischen Sängerinnen, ist es nur ein Wunschdenken geblieben. In meiner Musikschule gibt es eine Menge zu tun und genügend andere Projekte, die meine Aufmerksamkeit verlangen. Es ist ein bunt gemischtes Klientel, dass alles Mögliche lernen möchte.

Einmal tauchte eine Frau auf, die von mir ein bisschen Schwedisch lernen wollte. Wir haben dabei schwedische Songs einbezogen. Als ich ihre Stimme hörte, habe ich realisiert: sie war die „schwedische Sängerin“, die ich suchte. Jetzt läuft unser Projekt seit ca. 2 Jahren und es bringt eine Menge neue Kreativität und musikalische Herausforderung in mein musikalisches Leben, das bis dahin doch auch sehr vielseitig war. Das Gute dabei ist, dass ich jetzt  meine Beziehung zu meiner Heimat wiederbeleben kann.